Monats-Archiv:Dezember, 2012

Entlarvende Geschichte: ver.di am Pranger

Creative-Commons-Lizenzen sind ja bekannt. Das setze ich voraus. Und der Grundsatz der CC-Lizenzierung lautet: “Geben und Nehmen”. Das ist simpel, einfach zu beachten.
Motivation für Viele, ihr Werke so zu lizenzieren: Die Weiterverbreitung und die Namensnennung. Durchaus eine altruistische Haltung.
Die Vorteile sind unübersehbar. Wer immer will, kann sich bedienen aus dem großen Topf mit Creative-Commons lizenziertem Material. Die Gegenleistung: ‘automatische’ Weiterverbreitung (möglich durch die Angabe der Lizenz), ‘Werbung’ durch die Angabe des Urheber-Namens.

Verteidiger der freien Nutzung haben vor 2 Jahren einen besonders krassen Fall eines Verstoßes gegen die Bedingungen einer Creative-Commons-Lizenz öffentlich angeprangert, was ich erst in diesen Tagen bemerkt habe.
Da berichtet am 03.11.2010 David Pachali bei iRights.info über einem Artikel in der Nachrichtenrubrik auf verdi.de. Dieser Artikel hatte darüber informiert, dass der ver.di-Bundesvorstand ein Positionspapier beschlossen hatte: “Internet und Digitalisierung – Herausforderungen für die Zukunft des Urheberrechts”, so lautete der Titel des Papiers.
David Pachali hat das Papier gelesen und darin dies gefunden: “ver.di zollt Künstler/innen und Publizist/innen Respekt, die sich im Rahmen des Urheberpersönlichkeitsrechtes für das Modell kostenloser Lizenzen (Open Source oder Creative Commons) entscheiden“.

Aber ver.di hat einen Fehler gemacht: Zur Illustration des Artikels war ein Bild verwendet worden, dass unter einer Creative-Commons-Lizenz steht, und zwar unter CC BY-NC-ND. Lizenz nennen, Autoren nennen, keine kommerzielle Verwendung, keine Bearbeitung heißt das. Und ver.di? Tja, es handelte sich um eine Bearbeitung (ein Ausschnitt, genauer gesagt), und die Lizenz war nicht genannt worden. Am Bild stand nur: “Quelle: flickr.com/Pete Fletch”. Das ist nicht ausreichend, klar (und außerdem lautet der Name korrekt “Peter Fletcher”).

Ein gefundenes Fressen, nicht nur für den Autor David Pachali. Auch die Kommentare sind eindeutig: “Verdi nimmts mit der CC-Lizenz nicht so genau“, “eine verdi sehr schön entlarvende geschichte“, “Find es sehr schwach, dass ver.di das Bild runtergenommen hat und nicht zur Nutzung stehen will“.

Auch John Weitzmann von irights-law.de springt auf dieses Thema an und schreibt auf netzpolitik.org: “Was soll man nun von einer Gewerkschaft halten, die sich zum Thema Urheberrecht im Internet erst inhaltlich sehr weit aus dem Fenster lehnt, dabei sogar CC-Lizenzen behandelt (und schon im Positionspapier als reine Verschenklizenzen fehlinterpretiert), sie dann selbst in Anspruch nimmt und letztlich nicht mal richtig liest/anwendet?
Auch hierzu finden sich interessante – bis absurde – Kommentare, man lese nur Panzerschwein (angegebene Webseite: www.piratenpartei.de): “Also da wäre doch so eine richtige Abmahnung/Klage eine gute Sache !“. Doch insgesamt sind die Kommentare hier ausgewogen.

Was soll man nun von ver.di halten? Ich nehme kaum an, dass der- oder diejenige, die den Artikel auf der ver.di-Seite geschrieben hat, sich besonders mit Urheberrecht, mit den CC-Lizenzen und/oder dem ver.di-Positionspapier ausgekannt hat. Es wird, davon gehe ich mal aus, eine Meldung auf der Basis einer entsprechenden Info (Pressemeldung ?) des ver.di-Vorstands gewesen sein. Jedenfalls keine Demonstration von ver.di, wie die CC-Lizenzen praktisch umzusetzen sind. Und bei der Bebilderung des Artikels ist ein Fehler passiert.

Was mich so wundert, ist, dass hier – anders als in so vielen Fällen, in denen “unschuldige Blogger” CC-Lizenzbedingungen verletzen – plötzlich auf jeden Buchstaben der Lizenzbedingungen geschaut wird. Und man sich eben gerade nicht die Umstände anschaut – bzw. diese völlig verzerrt sieht.
Und vor allem: was Peter Fletcher, der Autor des verwendeten Bildes (ein Poster, das aus bunten, vergrößerten Pixeln und einem schwarzen Spruchband besteht) zu der Sache sagt, und ob er überhaupt etwas sagt, das wurde nicht eruiert. Wäre es mein Bild, ich würde mich ausdrücklich dagegen verwahren, für eine solche Diskussion instrumentalisiert zu werden.

Aber immerhin wird auch auf http://irights.info und https://netzpolitik.org ausdrücklich festgestellt: Nicht ausreichende Angaben, insbesondere die Lizenz nicht zu nennen, sind eine Verletzung der CC-Lizenzen. Das ist korrekt. Denn tatsächlich sind die CC-Lizenzen keine Verschenklizenzen. Das ver.di das übrigens tatsächlich so interpretiert hätte, ich kann es nicht nachvollziehen, und die Behauptung (s. oben) wird auch nicht belegt.

Nein, es sind Lizenzverletzer, die das oft behaupten. Sie, die gerade keinen Respekt zeigen vor den Künstlern, die sich für eine Creative-Commons-Lizenzierung entscheiden. Der Sinn der Lizenzen, so heißt es dann gerne, sei, dass der Urheber sein Werk Anderen zur Verfügung stelle, dafür jedoch ausrücklich auf eine Monetarisierung seines Werkes verzichte. Ein lizenziertes Werk sei durch die Lizenzierung gewissermaßen in der Allmende, für immer und ewig. Also: verschenkt![1]
Die Pflichten für die Verwender, z.B. Bildnutzer, also die durch Berufung auf die Lizenz vereinbarten Gegenleistungen, werden in diesem Zusammenhang gerne als zweitrangig betrachtet und auch so dargestellt. Zweitrangig sind sie nicht; und das ergibt sich auch aus den CC-Lizenzverträgen gerade nicht. Ganz im Gegenteil.
Dennoch: Die Lizenzbedingungen werden als etwas verstanden, das nur pro forma da steht. Etwas, das man eigentlich nicht zu beachten braucht.

Das Gegenteil ist richtig. Es ist ganz einfach und leicht zu verstehen: Material, das unter einer CC-Lizenz lizenziert ist, darf man untentgeltlich nutzen, WENN man die Lizenz (inkl. URL zum Vertragstext) UND den Namen des Urhebers angibt. Das gilt immer[2].

Und im Falle des og. Bildes von Peter Fletcher kann man es z.B. so richtig machen:
Democracy Pixels Poster von Peter Fletcher
Poster von Peter Fletcher, Lizenz: Creative-Commons BY-NC-ND, von flickr.com (backlink)

  • [1] Und weil es ja ohnehin verschenkt worden sei, bestehe im Falle einer Lizenzverletzung auch keine Schadenersatzpflicht. Ein Schaden sei ja nicht entstanden, “das Bild war doch kostenlos!”
    Hierüber kann man lange philosophieren. Es geht los mit der Frage, was “kostenlos” bzw. “unentgeltlich” in Bezug auf die CC-Linzenzen eigentlich bedeutet.
    Jedenfalls: Die Lizenz selbst sagt von sich, dass sie nicht gilt, wenn ihre Bedingungen nicht eingehalten werden. Wenn dieser Fall eintritt, gilt das Gesetz. Für den Lizenzverletzer ist das Bild dann kein CC-lizenziertes Bild mehr. Die Lizenz will nicht, dass Bilder geklaut werden, sie will die Nutzung unter ihren Bedingungen erlauben. Sie will gerade nicht diejenigen schützen, die sich nicht an ihre Bedingungen halten, sondern – man lese die Lizenz – in so einem Fall den Urheber. Und verweist selbst, ganz am Ende, auf die Geltung der allgemeinen Gesetze.
  • [2] Es gibt noch weitere Bedingungen. Nur als Beispiel zitiere ich hier aus der CC-Lizenz Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland bezüglich der Verbreitung von Abwandlungen (Abschnitt 4. Bedingungen, b): “Sie dürfen keine Vertrags- oder Nutzungsbedingungen anbieten oder fordern, die die Bedingungen der verwendbaren Lizenz oder die durch sie gewährten Rechte beschränken.” und “Bei jeder Abwandlung, die Sie verbreiten oder öffentlich zeigen, müssen Sie alle Hinweise auf die verwendbare Lizenz und den Haftungsausschluss unverändert lassen.”

  • [Kleine Ergänzungen vorgenommen am 27.01.2013/ml]
    [Leicht überarbeitet am 06.08.2013/ml, 03.06.2015/ml]

    Ein Blogger gibt auf

    Die gesellschaftliche Diskussion ums Urheberrecht wird immer heftiger geführt und die Fronten scheinen sich eher zu verhärten, als dass ein Konsens gefunden wird“, so beginnt ein Artikel auf der Webseite Rettet das Internet, “Fuck your Copyright bla bla bla”, in dem eine Teilung unserer Gesellschaft festgestellt wird. Und diese Teilung wird einmal ganz anders dargestellt (und wahrgenommen) als das sonst in der Diskussion zu diesem Thema oft passiert.

    Die These des anonymen Autors lautet nämlich, dass der Graben in der Urheberrechtsdiskussion nicht zwischen kreativen Urhebern und “fiesen Kopier-Dieben” verlaufe, sondern zwischen Leuten, die wissen, wovon sie reden, und solchen, die keine Ahnung haben. Mit Letzteren sind wohl diejenigen gemeint, die das derzeit geltende Urheberrecht auch auf die Welt der Neuen Medien inkl. Internet anwenden. So jedenfalls verstehe ich die plakative und leicht verständliche Form der Darstellung, die die Macher von Rettet das Internet verwenden

    Diejenigen, die keine Ahnung haben, unterlägen, heißt es, einem Mißverständnis bzw. ihren Vorurteilen. Und die Realität wird – wieder in Form von Thesen – so dargestellt:

    1. Kopieren sei kein Diebstahl
    2. Kopieren schade nicht den Urhebern und Erfindern
    3. Unterbinden bzw. Einschränkung des Austauschs von Wissen und Kreativität (durch einflussreiche Lobbys) schränke auch die Kreativität und Produktivität unserer Gesellschaft ein.

    Das Fazit lautet, zusammengefasst: Unser Urheberrechtssystem sei extrem ungerecht und feudalistisch. Es funktioniere in den digitalen Medien nicht mehr. Ein neues, gerechteres Urheberrecht müsse her.

    Und – was soll ich sagen – wenn ich auch dem Fazit nicht zustimmen kann: die drei Punkte, die Thesen über die Realität, sie treffen zu. Unter gewissen Umständen.

    Ein Beispiel: Kopieren ist dann kein Diebstahl[1], wenn es zulässig ist. Das kann zum Beispiel die Privatkopie sein. Oder ein Zitat, auch ein großes. Solches Kopieren schadet auch weder Urhebern noch Erfindern.
    Und was Wissen und Kreativität antrifft: Wissen auszutauschen und weiterzugeben ist die Grundlage der Entwicklung aller Kulturen der Menschheit.
    Ich sehe nicht, dass es bei uns Lobbys gibt oder geben könnte, die dies verhindern oder auch nur einschränken könnten.
    Und Kreativität an sich: die muss man selber haben. Man kann Anregungen weitergeben, Ideen – ja. Aber Kreativität weiter zu geben, wie soll das gehen?

    Dennoch ist die These nicht falsch, aber vielleicht gehe ich an diese Fragestellung zu intellektuell heran. Das ist keine Arroganz; ich kann nicht anders. Ich sehe nicht, wie mit den Mitteln des Urheberrechts der Austauschs von Wissen und besonders der von Kreativität tatsächlich verhindert oder eingeschränkt werden könnte (außer das man z.B. Bücher bezahlen muss, heutzutage selbst das Ausleihen in der Bibliothek).

    Wäre es möglich, dann wären tatsächlich Hopfen und Malz (aka Kreativität und Produktivität) verloren.

    Und jetzt zum Thema

    Ich will jetzt endlich zum eigentlichen Thema kommen. Nicht umsonst lautet der Titel dieses Textes “Ein Blogger gibt auf”.

    Ein Blogger hat aufgegeben, das erfährt man, wenn man sich ein wenig auf Rettet das Internet umschaut. Auf einer Seite mit Beispielen zu Urheberrechtsverletzungen, Abmahnungen und Vertragsstrafen werden reale Fälle (teilweise mit Hintergrund-Infos versehen) vorgestellt. Fälle, die aus dem Leben gegriffen sind, und die Beispiele aus verschiedenen Bereichen der “Abmahnungs-Abzocke” vorstellen.

    Und da ist auch die Rede von einem Blogger namens Marcel Bartels. Ein Blogger, der über Jahre gegen eine “Allianz gegen Presse- und Meinungsfreiheit” zu kämpfen hatte. Im Verlaufe eines Jahres, heißt es, bekam der Blogger sechs Abmahnungen (diverse Email-Abmahnungen nicht mitgezählt) – und inzwischen hat er das Bloggen und seine Seite, ehemals: Parteibuch-Lexikon (http://www.mein-parteibuch.de, später http://www.mein-parteibuch.com) – aufgegeben.

    Screenshot der Bildnutzung auf www.mein-parteibuch.com (Stand 09.04.2011)

    Screenshot der Bildnutzung

    Nun werde ich mich outen: Auch ich habe den Blogger Marcel Bartels abgemahnt, weil er eines meiner Bilder in seinem Parteibuch-Lexikon verwandt hatte. Einfach so, ohne jeden Hinweis auf meine Urheberschaft.

    Damals – im April 2011 – glaubte ich trotz erster Erfahrungen mit Bilderklau und der Notwendigkeit, sich dagegen zu wehren, noch an das Gute im Menschen und habe mich – wie in vielen weiteren Fällen – einfach nur mit einer E-Mail an ihn gewandt:

    E-Mail vom 14. April 2011 an Marcel Bartels, aka Katzenfreund

    Und noch am selben Tag hat Marcel Bartels reagiert; er hat ohne Diskussion meinen Wunsch erfüllt:

    Man sieht, damals hatte ich noch nicht viel Ahnung von den Creative-Commons-Lizenzen, denn natürlich hätte beim Bild auch die Lizenz (in diesem Falle CC BY-SA-3.0 [oder auch GNU-Lizenz für freie Dokumentation]) mit angegeben werden müssen. Denn nur dann ist ja klar, dass das Bild auch gerne weiter verwendet werden darf – und wie. So habe ich also lediglich um Namensnennung (und eine Verlinkung) gebeten. Aus heutiger Sicht: Eine individuelle kostenlose Nutzungsgenehmigung.

    Marcel Bartels hatte damals schon einige Erfahrungen mit berechtigten, unberechtigten und auch sehr abseitigen Abmahnungen, das konnte man damals noch auf seiner Seite nachlesen. Auch hier findet sich eine gekonnte Darstellung: Rolf Schälike auf http://www.buskeismus.de über den Fall Marcel Bartels.

    Wie auch immer, für mich war die Sache erledigt, positiv erledigt. Schließlich war seine Reaktion vorbildlich. Leider hat er sich nicht per E-Mail gerührt, was mich gefreut hätte (jedenfalls ist von ihm keine E-Mail da, ich hoffe, dass ich nichts versehentlich gelöscht habe und hier etwas Falsches erzähle).

    Das große Aber: er war einer von sehr Wenigen, die auf diese Weise reagiert haben. Nicht von selbst, aber auf meine Bitte hin dann doch, hat er nachträglich eine (aus meiner damaligen Sicht: korrekte) Urheberangabe an dem Bild angebracht. Er hat mich und meinen Wunsch weder ignoriert, noch mich mit einer unqualifizierten E-Mail oder irgendwelchen Belehrungen über die Allmende genervt.

    Selbst mit dieser – ich hoffe, ich darf das so sagen: freundlichen – Art der Abmahnung[2] habe ich mehr als nur einige Male erleben müssen, dass von der jeweiligen Empfängerin (die männliche Form ist mit gemeint !) keinerlei Reaktion kommt.
    Oder ich erfahre: “E-Mails an diese Adresse sind für mich Spam, die schaue ich nur alle halbe Jahre an, sorry!”. Wobei es sich um die E-Mail-Adresse gehandelt hatte, die im Impressum angegeben war!
    Mal heißt es, dass es “technisch nicht möglich ist” die gewünschte Angabe vorzunehmen, mal wird sie schnell eingebaut und dann behauptet, sie sei bereits von Anfang an da gewesen (gerne im title-tag). Tja, sowas nervt.

    Und heute muss ich sagen: auch die Sache mit meinem Bild bei Marcel Bartels war nicht so, dass man sagen könnte: OK, er hat was vergessen. Nein. Die Situation war ihm klar.

    Denn da gab es auf einer Seite diese “Copyleft Notiz”, die ich jetzt erst in den damals von mir teilweise herunter geladenen HTML-Dateien gefunden habe:

    Wenn jemand meine oben angegebenen Links verwendet, freue ich mich ganz besonders. Ansonsten kann jeder von ‘Mein Parteibuch’ klauen und zitieren wie er will. Ich freue mich natürlich, wenn der- oder diejenige dann wenigstens eine Quellenangabe und einen Backlink setzt. Wer will, kann natürlich auch die Prinzengarde vorher um Erlaubnis fragen, bevor er einen Link setzt.

    Ich bin mit den gegenwärtigen restriktiven gesetzlichen Urheberrechtsbestimmungen nicht einverstanden. Um sie für diese Seite außer Kraft zu setzen, muß ich diesen Mist hier schreiben.

    Deshalb sind alle Beiträge hier urheberrechtlich geschützt und geistiges Eigentum des Autors oder der Autorin und die Zusammenstellung als ganzes gehört mir. Die Autoren räumen jedermann das Recht ein, Ihre einzelnen Beiträge und Kommentare zu nutzen. Bedingung ist, dass jeder, der sich hier bei mir bedient, seinerseits ähnlich freizügig mit aus den übernommenen Inhalten komponierten Werken ist und mich nicht wegen der bei mir geklauten Inhalte verklagt.

    Wer meine Beiträge klauen möchte und dabei auf dem Recht bestehen will, mich deswegen auch noch verklagen zu dürfen oder nicht ähnlich freizügig wie ich sein möchte und aus meinen Inhalten komponierte Werke mit einem restriktiven Copyright versehen möchte, soll sich an mich wenden, um eine kommerzielle Lizenz zu erwerben.

    Kurzum: Ich mache keinen Ärger, wenn jemand Inhalte von Mein Parteibuch klaut, sondern freue mich über jeden Mirror. Ich kann und will allerdings nicht dafür garantieren, dass nicht irgendjemand anders Ärger macht, bei dem ich mich bedient habe oder der die Inhalte von Mein Parteibuch nicht mag oder gar für rechtswidrig hält.
    Zitiert aus der Seite “Copyleft Notiz” auf http://www.mein-parteibuch.com, Autor: Marcel Bartels, Lizenz: “Jeder (kann) von ‘Mein Parteibuch’ klauen und zitieren wie er will”. Stand: 09.04.2011.

    Hätte ich das damals bereits komplett zur Kenntnis genommen, hätte ich vielleicht anders reagiert. Denn hier wird ja ausdrücklich gesagt, dass jede/r auch mein Bild kopieren und weiter verbreiten darf. Da kein Autorenname an dem Bild genannt war, bestand also die Gefahr – oder sagen wir besser: die Möglichkeit -, dass es irgend jemand nimmt und dann etwa “Foto: Parteibuch-Lexikon” (oder ebenfalls gar nichts) angegeben hätte. Ganz harmlos und in bester Absicht.

    Und Marcel Bartels hat das sogar in Kauf genommen: “Ich kann und will allerdings nicht dafür garantieren, dass nicht irgendjemand anders Ärger macht, bei dem ich mich bedient habe.” Dass er das so schreibt, liegt nun eben daran, das er mit den gegenwärtigen “restriktiven” gesetzlichen Urheberrechtsbestimmungen nicht einverstanden ist bzw. war.

    Und damit gelingt mir sogar, jetzt wieder die Verbindung herzustellen zu den ersten Absätzen dieses Textes. Wie war das noch? “Es hat sich ein Graben aufgetan zwischen Leuten, die wissen, wovon sie reden, und solchen, die keine Ahnung haben.” Richtig: Es ist der Graben zwischen denjenigen, die das derzeit geltende Urheberrecht als existent und verbindlich akzeptieren (und zwar auch in der Welt der Neuen Medien inkl. Internet), und die sich auch darauf verlassen. Weil es einfach da ist.
    Und auf der anderen Seite des Grabens sind die, die das anders sehen, und ein neues, “gerechteres” Urheberrecht wollen.

    Und ich sage: sie sollen dafür kämpfen und sich ein Urheberrecht nach ihrem Gusto schaffen!
    Nur: solange es das noch nicht gibt, müssen wir alle mit dem leben und zurecht kommen, was wir haben.

    Und außerdem: Alles hängt mit allem zusammen.


  • [1] Bei Rettet das Internet legt man Wert darauf, eine “plakative, leicht verständliche Form der Darstellung gewählt” zu haben: “um den Durchschnittssurfer zu erreichen, und nicht nur Insider und Betroffene”. Und so wird das Wort Diebstahl dort im übertragenen Sinne, als Vergleich, benutzt. Denn natürlich “ist” Kopieren kein “Diebstahl”.
    Ich versuche hier, denselben Stil zu verwenden, und bitte das beim Lesen zu berücksichtigen.
    Das Kopieren an sich ist sicherlich kein “Diebstahl”, man kann es vielleicht nicht einmal wirklich damit vergleichen. Es kommt in meinen Augen doch sehr darauf an, was dann mit der Kopie gemacht wird. Und da wird der Vergleich dann unter gewissen Umständen auch statthaft.
  • [2] Auch eine freundliche E-Mail ist eine Abmahnung. Wenn auch vielleicht nicht im juristischen Sinne. Gut, hier fehlte die Androhung irgendwelcher Konsequenzen und es wurde auch keine Unterlassungserklärung gefordert. Das nicht. Aber es wurde die Einhaltung der Lizenzbedingung verlangt.
    Es fehlte hier auch die Angabe eines Datums, bis zu dem man erwartet, dass die Sache erledigt ist. Das kann natürlich sinnvoll sein, wenn man – und das muss man leider nach meinen Erfahrungen – damit rechnet, dass nicht reagiert wird.
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