Monats-Archiv:September, 2015

Vorsicht, Rechte-Falle
Netzwerk-Profil: Einladung zum Abmahnen

von (Wi) (checked4you, URL: http://www.checked4you.de/profilsicherheit)

Fast jede/r hat ein Profil bei Facebook oder sonstwo. Was man da veröffentlicht, verletzt aber schnell Persönlichkeits- und Urheberrechte und könnte teuer werden. Es gibt jedoch auch andere Wege, sein Profil zu pimpen.

Das Problem ist wohl, dass viele in einem Netzwerk gar nicht das Gefühl haben, die Sachen so richtig öffentlich zu machen – ist ja nur für die Freunde oder so. Irrtum: Auch viele Freunde sind eine Öffentlichkeit, und je nach Einstellungen sind’s ja auch noch mehr Leute, denen man sein Profil zeigt. Alles in allem ist es eben doch fast so öffentlich wie auf irgendeiner Homepage im Netz. Also gelten ein paar Regeln, und es gibt genug Anwälte und Rechteinhaber, die auf Verstöße gegen solche Regeln nur warten. Die Folge können Abmahnungen sein mit meist saftigen Forderungen nach, genau: Geld. Machen wir mal einen Gang durchs Profil und schauen nach den Problemzonen – und natürlich auch, wie man es anders machen kann, ohne den Spaß zu verlieren.

Reise durchs Profil

Fangen wir beim Profilbild an. Lieber eine Comic-Figur statt des eigenen Fotos? Kann lustig sein und schützt sogar die Anonymität – dürfte aber in aller Regel gegen das Urheberrecht verstoßen, da irgendwer normalerweise die Bildrechte hat. Ist aber kein Beinbruch: Es gibt genug legale Möglichkeiten, Bilder zu finden. Dann das Fotoalbum: Eine kleine Sammlung deiner liebsten Stars? Garantiert geschützt, garantiert jedes Bild ein Urheberrechtsverstoß. Warum nicht lieber selber knipsen und die eigenen Werke präsentieren? Weiter zu deinen Videos – sind ja nur von Youtube eingebettet? Egal bzw. eben nicht egal: Wenn das Video Urheberrechte verletzt, tust du es mit der Einbettung des Films auf deiner Seite leider auch. Man sollte sich also schon sicher sein, dass das Video “sauber” ist.

Zum Beispiel in Form von selbst gedrehten Filmen. Die kann man prinzipiell veröffentlichen, sollte damit aber nicht die Persönlichkeitsrechte anderer Leute verletzen, die vielleicht in dem Film vorkommen, ohne das zu wollen (das gilt übrigens genau so für Bilder). Macht man aber mit anderen gemeinsam ein Filmprojekt, ist der upload ja fast schon ein “muss” und auch kein Problem. Vorsicht, ein Fehler passiert ganz Vielen: Wenn du deinen Film mit urheberrechtlich geschützter Musik unterlegt hast, ist das wiederum gar nicht gut! Hierfür also lieber z. B. “Creative Commons-Musik” nutzen. So, und schließlich beenden wir unseren kleinen Profil-Rundgang bei den Texten: Du postest gerne Gedichte und Songtexte? Ist leider auch gefährlich – es sei denn, die Urheber sind schon 70 Jahre oder länger unter der Erde. Also: Ganz alte oder eigene Texte müssen her!

Damit kann ja jetzt jeder mal sicherheitshalber seine Profile prüfen. Und wer schon ernsthaft Ärger wegen so was bekommen hat, sollte sich lieber Beratung dazu holen. Mehr Infos findet man auch unter den Links hier im Text sowie bei www.irights.info.

Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Deutsch (CC BY-NC-ND 3.0 de).
Der Artikel stammt von der Webseite http://www.checked4you.de/profilsicherheit (checked4you: Das Online-Jugendmagazin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen). Ein Autor ist dort nicht angegeben, der Artikel ist aber mit dem Kürzel “(Wi)” unterschrieben und trägt das Datum 01. September 2015.

Was ist Creative Commons?

“Creative Commons (CC) ist eine Non-Profit-Organisation, die in Form vorgefertigter Lizenzverträge eine Hilfestellung für Urheber zur Freigabe rechtlich geschützter Inhalte anbietet.”

So steht es auf der Webseite von Creative Commons Deutschland. Geleitet wird Creative Commons Deutschland von zwei Leitungsorganen, dem “Legal Project Lead” (bearbeitet juristische Fragen und betreut den Bereich Lizenzportierung) und dem “Public Project Lead” (zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Community-Building). Das “Public Project Lead” wird übrigens von Markus Beckedahl repräsentiert. Der hatte schon im Jahr 2002 das Blog netzpolitik.org gegründet und im Sommer(loch) 2015 eine gewisse Berühmtheit erlangt, als gegen ihn und und Andre Meister (netzpolitik.org-Blogger) wegen Landes­ver­rats ermittelt wurde. Zwei Dokumente des Verfassungsschutzes waren auf netzpolitik.org veröffentlicht worden. Das Problem dabei: sie waren vom Verfassungsschutz als “ver­trau­lich” eingestuft worden (“Nur für den Dienstgebrauch”). Mehr Info hier. Doch das gehört nicht hierher.

Creative Commons Lizenzverträge: Hilfestellung für Urheber

Dieses Blog http://creative-commons.lucan.de (übrigens neuerdings mit an­ge­schloss­en­em Forum) beschäftigt sich mit den oben erwähnten “vorgefertigten Lizenzverträgen” von Creative Commons. Diese Lizenzverträge sollen “eine Hilfestellung für Urheber zur Freigabe rechtlich geschützter Inhalte” sein.
Konkret bietet CC sechs verschiedene Standard-Lizenzverträge an, die bei der Verbreitung kreativer Inhalte genutzt werden können, um die rechtlichen Bedingungen festzulegen.

Die Non-Profit-Organisation erklärt – alle Zitate stammen übrigens von dort – auf ihrer Webseite weiter: “Die CC-Lizenzverträge werden also von den Urhebern übernommen und in eigener Ver­ant­wort­ung verwendet – um gegenüber jedermann klarzustellen, was mit den Inhalten ihrer Webseiten geschehen darf und was nicht (darum werden solche an die All­ge­meinheit gerichteten Standardlizenzen auch “Jedermannlizenzen” genannt). Durch CC-Lizenz­en geben die Inhaber von Urheber- und Leistungsschutzrechten allen Interessierten zusätzliche Frei­heiten. Das bedeutet, dass jeder mit einem CC-lizenzierten Inhalt mehr machen darf als das Urheberrechtsgesetz ohnehin schon erlaubt. Welche Freiheiten genau zusätzlich geboten werden, hängt davon ab, welcher der sechs CC-Lizenzverträge jeweils zum Einsatz kommt.

Für eine genauere Erklärung der Freiheiten, die diese “Jedermannlizenzen” geben und wie man sie selbst für die Lizenzierung eigener Werke nutzen kann, wie man aber auch ent­sprechend lizenzierte Werke verwenden darf, überlasse ich den geneigten Leser heute gern der hier noch einmal genannten Webseite http://de.creativecommons.org, auf der dies alles so beschrieben ist, dass man keineswegs Jura studiert haben muss, um die dahinter liegende Philosophie wie auch die konkreten Lizenzbedingungen zu verstehen.
Weitere interessante Erläuterungen zu Aufbau und Sinn der Lizenzen, auch zu den beabsichtigen Auswirkungen entsprechender Lizenzierungen, erläutert die Creative Commons Corporation (US) selbst (in deutscher Sprache) hier: “Mehr über die Lizenzen”.

Soviel will ich aber doch erwähnen: Es existieren also insgesamt sechs unterschiedliche CC-Lizenzverträge mit jeweils anderer Kombination von Freiheiten be­züg­lich der Ver­wendung des li­zenzierten Werks und mit jeweils unterschiedlichen Lizenz­bedingungen. Neben den englischsprachigen Originalen gibt es diese sechs Lizenzverträge auch in dem deutsch­en Rechtsraum angepassten Fassungen. Deren aktuelleste Fassung ist die Version 3.0. Bereits Ende 2013 ist eine überarbeitete Version 4.0 dieser sechs Lizenzen erschienen, es gibt sie aber noch nicht in einer deutschen Übersetzung oder gar in einer dem deutschen Rechtsraum angepassten Fassung.

Jedermann-Lizenz

Ich möchte hier nur festhalten, dass Creative Commons selbst die Lizenzen als Lizenz­verträge und außerdem als Jedermann-Lizenzen bezeichnet (wenn auch in anderer Schreibweise 😉 ).

Was nun aber eine Jedermann-Lizenz ist, und was das – nach meiner Einschätzung – konkret mit Bezug auf die Creative-Commons-Lizenzverträge bedeutet, darüber schreibe ich in meinem nächsten eigenen Posting bei nächster Gelegenheit hier.

Creative Commons License

Ausgezeichnete Textbestandteile sind Zitate von der Webseite
http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/ (Stand: 1.09.2015). Dort findet sich keine Autorenangabe, als Autor ist demnach wohl Creative Commons Deutschland anzusehen.
Diese Zitate stehen – wie auch der gesamte Text dieser Seite – unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 3.0 de.

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