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Vorsicht, Rechte-Falle
Netzwerk-Profil: Einladung zum Abmahnen

von (Wi) (checked4you, URL: http://www.checked4you.de/profilsicherheit)

Fast jede/r hat ein Profil bei Facebook oder sonstwo. Was man da veröffentlicht, verletzt aber schnell Persönlichkeits- und Urheberrechte und könnte teuer werden. Es gibt jedoch auch andere Wege, sein Profil zu pimpen.

Das Problem ist wohl, dass viele in einem Netzwerk gar nicht das Gefühl haben, die Sachen so richtig öffentlich zu machen – ist ja nur für die Freunde oder so. Irrtum: Auch viele Freunde sind eine Öffentlichkeit, und je nach Einstellungen sind’s ja auch noch mehr Leute, denen man sein Profil zeigt. Alles in allem ist es eben doch fast so öffentlich wie auf irgendeiner Homepage im Netz. Also gelten ein paar Regeln, und es gibt genug Anwälte und Rechteinhaber, die auf Verstöße gegen solche Regeln nur warten. Die Folge können Abmahnungen sein mit meist saftigen Forderungen nach, genau: Geld. Machen wir mal einen Gang durchs Profil und schauen nach den Problemzonen – und natürlich auch, wie man es anders machen kann, ohne den Spaß zu verlieren.

Reise durchs Profil

Fangen wir beim Profilbild an. Lieber eine Comic-Figur statt des eigenen Fotos? Kann lustig sein und schützt sogar die Anonymität – dürfte aber in aller Regel gegen das Urheberrecht verstoßen, da irgendwer normalerweise die Bildrechte hat. Ist aber kein Beinbruch: Es gibt genug legale Möglichkeiten, Bilder zu finden. Dann das Fotoalbum: Eine kleine Sammlung deiner liebsten Stars? Garantiert geschützt, garantiert jedes Bild ein Urheberrechtsverstoß. Warum nicht lieber selber knipsen und die eigenen Werke präsentieren? Weiter zu deinen Videos – sind ja nur von Youtube eingebettet? Egal bzw. eben nicht egal: Wenn das Video Urheberrechte verletzt, tust du es mit der Einbettung des Films auf deiner Seite leider auch. Man sollte sich also schon sicher sein, dass das Video “sauber” ist.

Zum Beispiel in Form von selbst gedrehten Filmen. Die kann man prinzipiell veröffentlichen, sollte damit aber nicht die Persönlichkeitsrechte anderer Leute verletzen, die vielleicht in dem Film vorkommen, ohne das zu wollen (das gilt übrigens genau so für Bilder). Macht man aber mit anderen gemeinsam ein Filmprojekt, ist der upload ja fast schon ein “muss” und auch kein Problem. Vorsicht, ein Fehler passiert ganz Vielen: Wenn du deinen Film mit urheberrechtlich geschützter Musik unterlegt hast, ist das wiederum gar nicht gut! Hierfür also lieber z. B. “Creative Commons-Musik” nutzen. So, und schließlich beenden wir unseren kleinen Profil-Rundgang bei den Texten: Du postest gerne Gedichte und Songtexte? Ist leider auch gefährlich – es sei denn, die Urheber sind schon 70 Jahre oder länger unter der Erde. Also: Ganz alte oder eigene Texte müssen her!

Damit kann ja jetzt jeder mal sicherheitshalber seine Profile prüfen. Und wer schon ernsthaft Ärger wegen so was bekommen hat, sollte sich lieber Beratung dazu holen. Mehr Infos findet man auch unter den Links hier im Text sowie bei www.irights.info.

Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Deutsch (CC BY-NC-ND 3.0 de).
Der Artikel stammt von der Webseite http://www.checked4you.de/profilsicherheit (checked4you: Das Online-Jugendmagazin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen). Ein Autor ist dort nicht angegeben, der Artikel ist aber mit dem Kürzel “(Wi)” unterschrieben und trägt das Datum 01. September 2015.

Bilder unter freier Lizenz nutzen – weit verbreitete Fehler und wie man sie vermeidet

von Jöran Muuß-Merholz auf www.open-educational-resources.de – Transferstelle für OER. 

Urheberrechtsverletzungen bei freien Lizenzen?

Die Nutzung von Bildern unter freier Lizenz sind eine beliebte Möglichkeit für Prä­sen­ta­ti­on­en und Websites. Sie ermöglichen eine kosten­lose und einfache Nut­zung von Fotos und Grafiken, die sich mit dem Ur­heber­recht verträgt. Allerdings: „Unter freier Lizenz“ be­deutet nicht „lizenzfrei“ – im Gegen­teil. Was viele nicht wissen: Wer bei der Nutzung nicht alle Vor­gaben der Lizenz einhält, der begeht einen Urheber­rechts­ver­stoß. Das Vi­deo er­läutert die Auf­lagen anhand einer Checkliste mit 10 Punkten. Auch das Recht am eigenen Bild wird dabei be­rücksichtigt.

Video „Bilder unter freier Lizenz nutzen – weit verbreitete Fehler und wie man sie vermeidet“ von Blanche Fabri, Melanie Kolkmann, Tessa Moje, Jöran Muuß-Merholz für open-educational-resources.de – Transferstelle für OER.       Lizenz: Creative Commons Attribution 4.0 International.

Update 8.12.2014

Das Video ist beim VWA-Wettbewerb „Videos für Wikipedia“ als bestes Video in der Kategorie „Animation“ ausgezeichnet worden. Mehr dazu …

Checkliste

Die folgende Checkliste gibt es auch zum Download: .odt / .pdf.

  1. Man prüfe, auf welchen Inhalt genau sich die Lizenz erstreckt! Z.B. sind an vielen Stellen im Web Texte neben Bildern vorhanden – und auf getrennte Elemente besteht je ein gesondertes Urheberrecht.
  2. Man prüfe, ob man die einzelnen Vorgaben der Lizenz einhält! Diese stehen im jeweiligen Lizenztext, der immer verlinkt sein sollte. Neben der Namensnennung können das Auflagen wie „nicht-kommerziell“, „Weitergabe unter gleichen Be­dingungen“ oder „keine Bearbeitung“ sein.
  3. Man nenne den Namen des Urhebers! Die Namensnennung muss so erfolgen, wie der Urheber das vorgibt, also z.B. auch mit Pseudonym oder Organisation.
  4. Man gebe einen Hinweis auf die Lizenz!
  5. Dazu gehört auch: Man muss einen Link zum Lizenztext beifügen.
  6. Man vergesse nicht, den Titel des Werks zu nennen! Das gilt natürlich nur, wenn ein Titel angegeben ist, wobei strittig ist, ob z.B. „IMG_6464.jpg“ überhaupt ein Titel ist.
    (Diese Auflage entfällt bei Werken, die nach der neuesten Lizenzversion 4.0 freigegeben werden.)
  7. Man darf die Lizenzangaben nicht verstecken. Es gibt allerdings keine genaue Vor­gabe, wo exakt der Hinweis platziert sein muss. Am besten ist es, wenn der Hinweis direkt am Bild zu finden ist. Auf jeden Fall muss der Hinweis ohne große Mühe zu finden und eindeutig dem Werk zuzuordnen sein.
  8. Man kennzeichne Abwandlungen! Das bedeutet: Wer einen Inhalt verändert, muss das deutlich machen.
  9. Jetzt noch ein Hinweis, der gar nicht direkt mit der Li­zenz zu tun hat – aber der Lizenz wegen sehr häufig übersehen wird: Man vergesse nicht, auf Per­sön­lich­keits­rech­e und Daten­schutz zu achten! Denn eine freie Lizenz regelt nur das Recht des Ur­hebers, also z.B. des Fotografen. Das Recht der ab­ge­bildeten Per­sonen ist davon voll­kommen un­berührt.
  10. Als Zugabe haben wir noch eine Sache, die gar kein MUSS ist – aber sehr hilfreich: Man setze einen Link zur Fundstelle.
Creative Commons Lizenzvertrag BY 4.0 Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0).
Autor ist Jöran Muuß-Merholz auf www.open-educational-resources.de – Transferstelle für OER. 

Gericht: Mouse-over-Angaben auch bei Creative Commons nicht ausreichend

von David Pachali (14. Juli 2015)

Im Blog „Offene Netze und Recht“ weist Reto Mantz auf ein Urteil des Landgerichts München hin, das sich mit Creative-Commons-Lizenzen befasst. In dem Streit ging es um ein Bild aus der Wikipedia, das auf einer Website weiterverwendet wurde. Das Bild stand unter der „CC BY“-Lizenz, die eine Namensnennung als Bedingung vorsieht.

Die Namensnennung und die Lizenzangaben wurden auf der Website nur per Mouse-over-Effekt angezeigt, wenn man mit dem Cursor darauf verweilt. Zwar machen die Creative-Commons-Lizenzen keine starren Vorschriften, wie die Namensnennung jeweils angemessen ist. Mouse-over-Angaben aber seien nicht ausreichend, da sie nicht auf allen Geräten und nur mehr oder weniger zufällig sichtbar werden, so das Gericht. Die Creative-Commons-Lizenzen sehen dann vor, dass sie bei falscher Nutzung erlöschen.

Im Urteil (Aktenzeichen 37 O 8778/14, 17.12.2014) heißt es:

Der Verwender des Lichtbilds kann z.B. den genauen Ort der Urheberbenennung (auf, neben oder unter dem Lichtbild etc.) wählen, nicht jedoch wie vorliegend eine Art der Benennung, die dazu führt, dass der Name des Urhebers und die Lizenz vom Betrachter des streitgegenständlichen Lichtbilds nicht wahrgenommen werden bzw. im Einzelfall sogar nicht wahrgenommen werden können.

Dass Mouse-over-Angaben nicht ausreichend seien, um sie wahrnehmen zu können, hatten Gerichte auch schon in anderen Fällen so gesehen, zum Beispiel bei Fotos von Pixelio, Preisangaben auf Ebay oder auf Google Shopping.

Schadensersatz auch bei Creative Commons

Das Landgericht ist außerdem der Ansicht, dass dem Fotografen auch ein Schadensersatz zusteht:

Die Tatsache, dass das Lichtbild unter Einhaltung von Lizenzbedingungen auch kostenlos genutzt werden konnte, führt nicht dazu, dass dem Lichtbild kein Wert beizumessen wäre. […]

Der Schadensersatz wurde aber nicht – wie sonst häufig – als verdoppelte Lizenzgebühr berechnet (hier angesetzt: 150 Euro), sondern in diesem Fall nur mit einem Aufschlag von 50 Prozent. Zu Recht weist Mantz auch darauf hin, dass das Urteil nicht darauf eingeht, ob Creative-Commons-Lizenzen vor Gericht wirksam sind – das scheint mittlerweile selbstverständlich zu sein.

Für Fotografen bringt das Urteil also mehr Sicherheit, die Lizenzen verwenden zu können, ohne die Kontrolle über ihre Bilder komplett zu verlieren. Für Nachnutzer der Fotos scheint es auch keine große Hürde, Namensnennung und Lizenz mehr als nur versteckt per Mouse-over anzubringen.

Mehr zum Thema Creative-Commons-Lizenzen hat iRights.info in einem Dossier versammelt, unter anderem mit weiteren Tipps und Tools für Website-Betreiber.

Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung-Keine Bearbeitung 2.0 Germany (CC BY-NC 2.0 de).
Der Artikel stammt von der Webseite http://irights.info (iRights info Ur­heber­recht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt). Der Autor des Artikels ist David Pachali.

Bildnutzung im Internet

von (Wi) (checked4you, URL: http://www.checked4you.de/bildnutzung)

Mal eben bei Ebay ein Produktfoto nutzen, ein Logo kopieren oder sein Community-Profil mit Bildern aufpeppen? Vorsicht – wer dabei Urheberrechte verletzt, riskiert teure Strafen!

Besonders bei Bildern im Internet hält sich irgendwie hartnäckig die Auffassung, das alles, was man z. B. bei google images findet, ja eh schon im Netz ist und deshalb auch von allen verwendet werden kann. Der Hinweis von Google “Das Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt” sollte ernst genommen werden: Man kann getrost davon ausgehen, dass so ziemlich alles, was man da bei welcher Suche auch immer angezeigt bekommt, urheberrechtlich geschützt ist. Grundsätzlich sind nur die, die das Bild gemacht haben, berechtigt, es auch zu nutzen, insbesondere: zu veröffentlichen! Und das muss von denen auch nicht erst ausdrücklich erklärt oder irgendwo angemeldet werden, sondern es ist einfach so. Für euch als Bildsuchende ist die Grundregel daher simpel: geht bei fremden Bildern einfach immer davon aus, dass man sie ohne Erlaubnis nicht nutzen darf. Und das bedeutet: rausfinden, von wem das Bild ist, Kontakt aufnehmen und fragen. Und dann die Erlaubnis abwarten.

Macht ihr es nicht so und benutzt einfach ein irgendwo gefundenes Foto auf eurer Homepage, im Community-Fotoalbum oder als Produktbild bei Ebay, riskiert ihr (teure) Abmahnungen und dass man Schadensersatzansprüche an euch stellt. In die Nachrichten kommen ja meist nur die krassen Fälle, die in der Regel mit Musikdownloads in peer-to-peer-Netzwerken zu tun haben. Aber es gibt auch genügend Anwälte, die nur darauf warten, die Inhaber kleiner, privater Internetseiten wegen zu Unrecht verwendeter Bilder abzumahnen!

Legal + umsonst = möglich!

Wollt ihr bei euren Bildern korrekt bleiben, heißt das aber nicht, dass ihr immer für die Nutzung zahlen müsst. Es gibt eine ganze Reihe von Portalen, bei denen man (für nicht-kommerzielle Zwecke) kostenlos auf Nachfrage hin Fotos verwenden kann wie z. B. sxc.hu, rgbstock.com, pixelio.de oder piqs.de. Bei solchen Portalen ist es wichtig, auf die genauen Nutzungsbedingungen zu achten: Wie und wofür können die Bilder verwendet werden? Welche Quellenangaben muss ich machen (meistens: Portal und Fotograf)? Und selbst, wenn man es laut dieser Bedingungen nicht unbedingt muss: Es schadet generell nicht, beim Fotografen noch mal kurz nachzufragen und dessen Antwort vor der Veröffentlichung des Bildes auch abzuwarten. Und das ist vor allem auch: nett!

Stichwort: Creative Commons

Mit relativ wenig Mühe kann man also jede Menge Zeug finden, bei dem sich die Urheber oftmals sogar freuen, dass es jemand verwenden möchte. Da kann das Netz plötzlich ganz legal zu einer richtigen Wundertüte werden. Vielfach sind solche “Geschenke” am “CC”-Zeichen zu erkennen, das für eine “Creative Commons” – Lizenz steht. Auch hier geht es – vereinfacht ausgedrückt – um die Möglichkeit einer kostenlosen Nutzung, bei der nur bestimmte Regeln auf der Grundlage verschiedener Lizenzen eingehalten werden müssen. Mehr Infos dazu findet ihr u. a. hier und hier.

Eigene Bilder geht auch

Schließlich könnt ihr selbst Fotos machen, und in dem Fall seid ihr natürlich auch der Urheber. Aber sogar da kann es Haken geben. Zeigt das Bild z. B. einen anderen Menschen, muss er grundsätzlich vor Veröffentlichung um Erlaubnis gefragt werden, sofern er nicht nur klein in der Landschaft oder in einer Menschenmenge steht. Das leuchtet schnell ein, wenn ihr euch kurz umgekehrt vorstellt, ihr wärt selbst das Motiv und wüsstet nix davon. Ein Phänomen, das besonders häufig in den vielen Fotoalben der unzähligen Community-Profile (Pinterest, Facebook, Instagram usw.) vorkommen düfte. Eventuell solltet ihr eure eigenen Alben daraufhin nochmal checken! Mehr zu Rechtsfragen beim eigenen Profil findet ihr hier.

Für Videos, Musik oder Texte gelten die hier genannten Punkte übrigens genau so. Wer mehr Infos zu diesem eigentlich viel komplexeren Thema sucht, findet sie unter www.irights.info.

Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Deutsch (CC BY-NC-ND 3.0 de).
Der Artikel stammt von der Webseite http://www.checked4you.de/bildnutzung (checked4you: Das Online-Jugendmagazin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen). Ein Autor ist dort nicht angegeben, der Artikel ist aber mit dem Kürzel “(Wi)” unterschrieben und trägt das Datum 07. April 2015.

Urheberrecht: Downloads legal
Creative Commons: Freie Musik im Netz

von (Wi) (checked4you, URL: http://www.checked4you.de/netzmusik)

Dass es nach hinten losgehen könnte, sich Charthits und ähnliche Werke per Filesharing zu saugen, hat man ja vielleicht schon mal gehört. Aber neben solchen Warnungen wäre ja mal ein konstruktiver Vorschlag ganz nett. Ok, wie wär’s denn mit CC-lizensierter Musik?

Also frei nutzbarer Musik, die zum Weitergeben gedacht ist und die man auch für eigene Werke (z. B. Podcasts oder Filme) nutzen kann. Davon gibt es inzwischen jede Menge im Netz. Die Kennzeichnung hilft einem, zu wissen, ob man das Zeug auch haben darf – und zu welchen Bedingungen. Also, ob man die Musik bearbeiten darf oder nicht, wofür man sie verwenden kann usw. Bei GEMA-geschützter Musik ist das so nicht möglich – da ist jede ungenehmigte Verbreitung erst mal nicht erlaubt und im Falle einer Genehmigung in der Regel kostenpflichtig. CC-Musik dagegen ist GEMA-frei. Ungenehmigt ist sie aber auch nicht – die Erlaubnis wird nur praktischerweise gleich mitgeliefert.

Schnell sehen, wie man Werke nutzen darf

Creative Commons ist eine Organisation, die alternative Lizenzmodelle anbietet, die von Künstlern für ihre Werke genutzt werden können. Dabei gibt es solche Lizenzen nicht nur für Musik, sondern ebenso für Bilder, Videos, Software oder auch Texte. Der Urheber selbst legt fest, was andere mit dem Werk machen dürfen – und Nutzer können das relativ schnell erkennen, weil es ganz einfach dran steht. Genauer wird das in einem Comic erklärt, den ihr bei uns findet. Hier seht ihr, wie welche Genehmigung bei CC-Lizenzen aussieht und formuliert wird:

Zeichen einer Creative-Commons-Lizenz

Namensnennung
(“Attribution”)

Zeichen einer Creative-Commons-Lizenz

Keine kommerzielle Nutzung
(“NonCommercial”)

Zeichen einer Creative-Commons-Lizenz

Keine Bearbeitung (“No Derivative Works”)

Zeichen einer Creative-Commons-Lizenz

Weitergabe unter gleichen Bedingungen (“Share Alike”)

Es gibt somit vier verschiedene Symbole, die zu insgesamt sechs möglichen Lizenzen kombiniert werden. Das Männchen ist immer dabei – man muss also stets den Urheber nennen. Ist das “Gleichheitszeichen” dabei, darf man das Werk nicht verändern (z. B. die Musik kürzen oder remixen). “NichtKommerziell” heißt grob gesagt, dass man es nicht zum Geld verdienen benutzen darf (z. B. für einen richtigen Werbespot), und “Weitergabe unter gleichen Bedingungen” bedeutet, dass man seine Bearbeitung des Werkes (z. B. den Remix) ebenfalls unter die gleiche CC-Lizenz stellen muss. Deshalb gibt es das auch nie in Kombi mit “Keine Bearbeitung”.

Portale mit CC-Musik

Wir haben uns mal ein paar Quellen für CC-Musik angesehen. Natürlich findet man in solchen Portalen in der Regel nicht die aktuellen Charts für lau. Aber neue Entdeckungen kann man machen! Für weitere Beispiele in den Kommentaren sind wir übrigens durchaus dankbar – sofern die dortigen Angebote legal und natürlich CC-lizensiert sind.

Jamendo

Logo der Plattform Jamnedo

Jamendo: Songs diverser Genres, die je nach CC-Rechtemodell genutzt werden dürfen. Man kann die Suche auch nach Lizenzmodell eingrenzen, ansonsten stehen die Rechte unter jedem Song.

Free Music Archive

Logo der Plattform FMA

Free Music Archive: Download-Plattform aus den USA, im Prinzip ähnlich wie Jamendo. Auch hier gibt es einen separaten CC-Bereich, man kann Stücke für seinen Player zusammenstellen, kommentieren usw.

Mixter

Logo der Plattform Mixter

Mixter: Bei Mixter geht’s eher ums Mischen, wie der Name schon sagt. Eigentlich ist es eine Community: Die CC-Musik darf /soll heruntergeladen, neu gemischt und anderen wieder präsentiert werden. Aber man kann dort auch einfach Musik hören. Das Mixter-Logo links steht übrigens unter der CC-Lizenz “Attribution NonCommercial” CC BY-NC.

Weitere Links zum Thema:

Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Deutsch (CC BY-NC-ND 3.0 de).
Der Artikel stammt von der Webseite http://www.checked4you.de/netzmusik (checked4you: Das Online-Jugendmagazin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen). Ein Autor ist dort nicht angegeben, der Artikel ist aber mit dem Kürzel “(Wi)” unterschrieben und trägt das Datum 24. Juni 2015.

Creative Commons

von Hendrik Stiefel

Immer mehr Menschen geraten in Konflikte mit dem Urheberrecht. Aufzeichnen, Kopieren, Remixen – schon vor Jahrzehnten beim Aufkommen der Kompaktkassette von der Musikindustrie als Totesstoß für die Künstler verteufelt -, entwickeln sich immer weiter.

Nach selbstgebrannten CDs erobern seit Jahren MP3 und andere Formate die Musikwelt.
Aber auch die sogenannten eBook-Reader und PDFs verändern die Ver­markt­ungs­mög­lich­keit­en der Verlage.
Durch den technischen Fortschritt ist es jetzt für jedermann einfach, Inhalte verlustfrei zu kopieren und eigene Werke z.B. über das Internet zu verteilen.

Die meisten der großen Medienverlage hängen diesem Trend weit hinterher. Anstatt die Möglichkeiten der digitalen Welt zu nutzen, versuchen sie Einfluss auf die Politik in Deutschland und in der ganzen Welt zu nehmen und mit Verfolgung und Abmahnung der eigenen Kunden die Geschäftsmodelle des letzten Jahrhunderts zu sichern.

Doch es geht auch anders. Kreativschaffende können Ihre Inhalte unter freien Lizenzen veröffentlichen und somit dem Konsumenten verschiedene Rechte einräumen.

Creative Commons – Moderne Lizenzen, die Produzenten und Konsumenten nützen

Creative Commons (CC) ist eine von einer Gruppe urheberrechtskritischer Juristen gegründete Non-Profit-Organisation, die in Form vorgefertigter Lizenzverträge eine Hilfestellung für die Veröffentlichung und Verbreitung digitaler Medieninhalte anbietet. Ganz konkret bietet CC sechs verschiedene Standard-Lizenzverträge an, die bei der Verbreitung kreativer Inhalte genutzt werden können, um die rechtlichen Bedingungen festzulegen.

CC ist dabei selber weder als Verwerter noch als Verleger von Inhalten tätig und ist auch nicht Vertragspartner von Urhebern und Rechteinhabern, die ihre Inhalte unter CC-Lizenzverträgen verbreiten wollen. Die CC-Lizenzverträge werden also von den Urhebern übernommen und in eigener Verantwortung verwendet, um klarzustellen, was mit den Inhalten ihrer Webseiten geschehen darf und was nicht.

CC-Lizenzen richten sich als so genannte “Jedermannlizenzen” an alle Betrachter dieser Inhalte gleichermaßen und geben zusätzliche Freiheiten. Das bedeutet, dass jeder mit einem CC-lizenzierten Inhalt mehr machen darf als das Urheberrechtsgesetz ohnehin schon erlaubt. Welche Freiheiten genau zusätzlich geboten werden, hängt davon ab, welcher der sechs CC-Lizenzverträge jeweils zum Einsatz kommt.

Durch die Erstellung der CC-Lizenzverträge sind den Urhebern mehr Optionen an die Hand gegeben worden. Vorher hatten sie in der Regel nur die Wahl, ihre Inhalte entweder überhaupt nicht oder aber unter dem gesetzlichen Standardschutz “alle Rechte vor­be­halten” zu veröffentlichen. Die wenigsten Kreativen haben zusätzlich Jura studiert oder auf andere Weise genug Expertise im Urheberrecht gesammelt, um für ihre Zwecke passende Lizenzverträge zu entwerfen. Und anwaltlichen Rat für die eigenen Pu­bli­ka­tion­en können sich auch nur manche leisten. In den Zeiten von digitalen Medien und Internet haben sich diese Ein­schränkungen immer mehr zu einer Behinderung von Kreativität entwickelt, die auch für Künstler spätestens dann spürbar wird, wenn sie mit ihren Arbeiten selber auf digitalen Inhalten anderer Kreativer aufbauen wollen. Dann sind sie selbst in der Nutzerrolle und wissen häufig nicht, ob Inhalte, die sie im Netz finden, bearbeitet, verbreitet oder auf sonst eine Art und Weise verwendet werden dürfen.

Wenn die Inhalte dagegen CC-lizenziert sind, gibt es diese rechtlichen Unsicherheiten nicht mehr. Man erkennt schon am Namen des jeweiligen CC-Lizenztyps, was die wichtigsten Bedingungen bei der Nutzung des Inhalts sind. Der einfachste CC-Lizenz­vertrag verlangt vom Nutzer (Lizenznehmer) lediglich die Namensnennung des Ur­hebers/Rechteinhabers (Lizenzgeber). Darüber hinaus können aber weitere Ein­schränk­ungen gemacht werden, je nach dem, ob der Rechteinhaber eine kommerzielle Nutzung zulassen will oder nicht, ob Be­arbeitungen erlaubt sein sollen oder nicht und ob Bearbeitungen unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden müssen oder nicht. Durch die Kom­bination dieser Bedingungen ergibt sich die schon genannte Auswahl von insgesamt sechs verschiedenen CC-Lizenzen, die dem Rechteinhaber für den deutschen Rechts­raum derzeit in der Ver­sion 3.0 zur Verfügung stehen:

CC-BY: Der Name des Authors muss genannt werden
CC-BY-ND: Der Name des Authors muss genannt werden und es sind keine Bearbeitungen erlaubt
CC-BY-NC: Der Name des Authors muss genannt werden und es ist keine kommerzielle Nutzung erlaubt
CC-BY-NC-ND: Der Name des Authors muss genannt werden und die Bearbeitung sowie kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen
CC-BY-NC-SA: Der Name des Authors muss genannt werden, die kommerzielle Nutzung ist nicht erlaubt und die Weitergabe des Werkes bzw. Ableitungen vom Werk darf nur unter der gleichen Bedingung erfolgen.
CC-BY-SA: Der Name des Authors muss genannt werden und die Weitergabe des Werke bzw. Ableitungen davon müssen unter der gleichen Lizenz erfolgen

Was gibt es für Beispiele von Nutzung der CC-Lizenzen?

Creative Commons Lizenzen werden in vielen Bereichen genutzt. Dazu zählen u.a. verschiene Online-Angebote, Musik und auch Bücher.

Der Verein Musikpiraten hat sich die Förderung von freien Lizenzen auf die Fahnen geschrieben. Im Jahr 2011 verteilte der Verein mit Hilfe vieler ehrenamtlicher Helfer über 50.000 Kinderliederbücher in ganz Deutschland.
Weiterhin veranstaltet der Verein jährlich einen Musikwettbewerb mit dem Namen Free!Music!Contest!, zu welchem nur Stücke unter einer CC-Lizenz zugelassen sind.

Auf der Internetplatform Jamendo sind über 300.000 Songs unter einer freien Lizenz downloadbar.

Dies sind nur ein paar Beispiele, um aufzuzeigen, wie weit die Verbreitung von CC-Lizenzen im Speziellen und freien Lizenzen im allgemeinen fortgeschritten ist.

Und was habe ich als Rechteinhaber davon?

Abgesehen von den unmittelbaren Wirkungen — klar definierter Schutz durch das Urheberrecht bei zugleich genauerer Kontrolle darüber, was für Freiheiten mit dem Werk verbunden sind — gibt es mehrere denkbare Beweggründe für eine Verwendung von CC-Lizenzen:

Lizenzverwendung als reines Statement

Manche verwenden für ihre Werke nur deshalb CC-Lizenzen, weil sie demonstrieren möchten, dass sie sich für Open Access und freien Zugang zu Kulturgütern im All­ge­mein­en aussprechen. In vielen Communities ist es inzwischen eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, sich offener Lizenzmodelle zu bedienen statt sich alle Rech­te strikt vor­zu­behal­ten.

Besonderes Interesse an Bearbeitung

Andere wiederum sind besonders von dem Gedanken fasziniert, dass ihre Werke aufgegriffen und weiterverwendet werden, und sehen diesem Prozess in den Weiten des Cyberspace gerne zu. Ohne freie Lizenzierung (mittels CC-Lizenzen oder anderen Standardlizenzen) muss für jede Verwendung erstmal beim Urheber nachgefragt werden. Da dies den Aufwand für andere erhöht, werden Inhalte ohne Freiheiten oft entweder gar nicht oder ohne Erlaubnis genutzt, was beides nicht im Sinne der Urheber ist.

Beitrag zur Vermehrung des Materialpools

Wer regelmäßig auf das bereits vorhandene digitale Material zurückgreift, z.B. weil die eigene Werkform es einfach erfordert (Vertonen von Videos, Grafikdesign, Musikmixes, …), der weiß, dass dieser Materialpool nur dann aktuell und ergiebig bleibt, wenn aus ihm nicht nur entnommen, sondern auch etwas hinein gegeben wird. Eine — wenn auch vielleicht eingeschränkte — Freigabe der eigenen Inhalte unterstützt die gegenseitige Vermehrung und Erhaltung des gemeinsamen Materialpools.

Steigerung der Verbreitung eigener Werke

Auch kommerzielle Erwägungen können für eine CC-Lizenzierung sprechen: Insbesondere junge Künstler sind meist dingend auf rasche Verbreitung ihrer Inhalte angewiesen, erreichen diese aber gerade mangels Bekanntheit nur schwer und bleiben dadurch auch unbekannt. Eine Veröffentlichung unter einer freien Lizenz führt oft zu einer spürbar größeren Verbreitung der Inhalte, da die potenziellen Nutzer frei zugreifen dürfen und über bestimmte Plattformen und Suchmaschinen bereits heute gezielt nach frei lizenzierten Inhalten gesucht werden kann.

Mehr Informationen erhalten Sie unter anderen unter http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/.

Noch Fragen?

Ihr Ansprechpartner ist Hendrik Stiefel.

Quelle: Creative Commons Deutschland CC-BY (Creative Commons Namensnennung 3.0 DE Lizenz)
Quelle Comic: CC-BY: Original Nerdson, nerdson.com. Übersetzung: Linux Neumann

2.0 Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 2.0 Deutschland (CC BY 2.0 DE).
Der Artikel stammt von der Webseite http://www.piraten-thueringen.de/CreativeCommons (Stand Januar 2012).
Autor des Artikels ist Hendrik Stiefel.
Der Artikel ist bearbeitet worden: einige (kleine) Rechtschreib- bzw. Tippfehler wurden korrigiert. Außerdem wurden Auszeichnungen eingefügt.

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